Friday, September 19, 2008

Morgens Halb Zehn in Sebexen

Während anderswo in Deutschland alle ihr Knoppers hervorholen, habe ich mich auf den akrtoffelacker begeben, um eine Schar eifriger Kindergartenkinder zu begrüßen. Bei uns war nämlich heute der Kindergarten Düderode zu Besuch. Schon zum 2. Mal kamen die Kinder und ihrer Erzieherinnen, um bei uns mal zu lernen, wo eigentlich die Kartoffeln herkommen. Innerhalb weniger Minuten war auf dem Acker ein emsiges Treiben und die mitgebrachten Behälter am überlaufen. Zum Glück hatte Harald noch ein paar Ersatz-Säcke parat. Aber auch die waren zum Schluß alle gut gefüllt. Gegen Mittag war es dann vorbei. Bestimmt gab es heute in vielen Familien frisch gerodete Kartoffeln zum Abendessen.
Bei uns übrigens auch. Wir waren nämlich nachmittags mit dem großen Roder unterwegs und haben 2 Wagen voll Kartoffeln geholt. Da Laura DIE deutsche Pommes-Kartoffel (eigentlich ist das ja doppelt gemoppelt...) ist, gab es bei uns echte hausgemachte Pommes Frites zum Abendessen. Die letzten paar Meter vor dem Feierabend hat dann auch noch der Roder schlapp gemacht. Bänderriss. Mal sehen, ob Harald das irgendwie flicken kann. Jedenfalls fällt morgen das Roden erst einmal aus. Was aber nicht heißt, dass ich Freizeit haben werde, denn die Kartoffeln müssen ja auch sortiert werden. Und d.h., dass ich dann den ganzen Tag Kartoffeln vom Wagen schaufeln kann.
Vorgestern waren übrigens ein paar Herren vom Amt für Landentwicklung hier. Es geht jetzt nämlich los mit dem Bau der Ortsumgehung für Sebexen. Und als erstes werden die Dämme für die zukünftigen Brücken aufgeschüttet. Diese Brücken liegen zu einem sehr großen Teil da, wo im Moment noch unsere Weiden sind. Und die Weideflächen, die nicht verbaut werden, wird die Straßenbaufirma für Lager und Baufahrzeugwege benötigen. Das Futter für unsere Kühe hat sich somit von einem auf den anderen Tag halbiert. Mal sehen, wie wir dann ausreichend Gras, Heu und Silage bekommen werden... Und die Entschädigungen für den Verdienstausfall sind zum Beispiel auch noch nicht geregelt. Und, soweit ich weiß, ist noch kein Quadratmeter Land für die Straße verkauft worden...
Bei 'Ortsumgehung' fällt mir noch eine Frage ein, die mich schon länger beschäftigt:
Für jeden Quadratmeter, der durch Straßenbaumaßnahmen zubetoniert wird, muss ein Quadratmeter 'Gebüsch' angelegt werden. Sozusagen als ausgleich für die Natur. Das bedeutet für uns, dass wir nicht nur die Fläche verlieren, die mal Straße wird, sondern auch noch mal die gleiche Fläche, weil daraus 'Natur' werden muss. Nun meine Frage: Warum? Ich sehe ja noch ein, dass, wenn die Straße durch einen Wald geht, an anderer Stelle die Bäume, die weichen mussten, wieder neu angepflanzt werden. Aber WARUM muss, wenn die Fläche vorher Acker oder Weide war, auch noch ZUSÄTZLICH neues Gebüsch angelegt werden? Ohne Straße wäre doch da auch kein Gebüsch! Ich habe so den leisen Verdacht, dass das eine Art Bestechungsangebot für die Umweltschutzverbände ist, damit die sich dem Straßenbau nicht entgegenstellen. Vielleicht steckt aber auch eine Logik dahinter, die ich mit meinem kleinen Bauersfrauenhirn nicht nachvollziehen kann...

Today we had a whole group of Kindergarten kids here to 'help' us with harvesting the potatoes. It was a lot of fun, even though, the whole morning was 'lost' to real work. But we did some serious potatoe harvesting in the afternoon. Until about a few dozen yards before the end of this day's work, the harvesting machine broke. one of the big belts that transport the potatoes up ripped and now we hope that it can be fixed without buying a new one. I hate it, when that happens... On the other hand- we had some fresh homemade fries today, to console us. And there will be no harvesting tomorrow. Guess Harald will find something else t do, like e.g. sorting the potatoes and putting them in sacks.
The day before yesterday a few men were here, to show Harald, which parts of our fields and meadows will be affected by the new road that is soon to be build around Sebexen. It turned out, that about half of our meadows will be affected. So now we are already trying to figure out, how to feed our cows next year. And there is no decision yet about who will pay for our losses and how much we will get.
Also, there is a 'law', that says, that for each square yard that the road will take up, there has to be a new square yard of bushes, trees and 'nature'. Why? I do understand, that if a road runs through a forrest, you would plant new trees to replace the ones that were cut. But why do they have to plant new bushes, when there have never been bushes where the road is running. Why do they have to take away even more of our fields and meadows for that? The only sense I can make out of it is, that this is like a bribe to get the 'yes' of the environmental organizations, who otherwise would have voted against the road. (And you won't believe, if I told how many organizations and people have a say when it comes to building a new road!)

2 comments:

Ulrike said...

Hallo Ramona,
schau doch bitte mal auf meinem Blog vorbei.....ich hab da etwas für dich :)

LG Ulrike

Silke said...

Es gibt auch die Möglichkeit, sich aus der Ersatzmassnahme freizukaufen ;-), also rate mal, was passieren wird ...