Tuesday, December 09, 2008

Neunter Dezember 08

Auf meinem Spickzettel zum Adventskalender steht heute nur 'Anekdote'... Und so grübele ich schon seit Tagen rum, welche Anekdote ich Euch erzählen könnte. Hmm.... Es sollte ja schon (wenigstens im weitesten Sinne) mit Weihnachten zu tun haben... Also, lasst mich überlegen. Was hat mit Weihnachten zu tun? - Tannenbäume. Ich könnte Euch die Geschichte von unserem ersten Weihnachten im Westen erzählen. Da hatten wir überlegt, ob wir uns einen teuren Baum leisten könnten und wollten. Ich glaube mich zu erinnern, dass da ein Gutschein in der Geschichte vorkam. Der kam uns unverhofft 2 Wochen vor dem Fest. Und so sind Silvia und ich kurzerhand zum Gärtner gegenüber und haben, während unsere Eltern unterwegs waren, einen Baum besorgt. Und ich weiß mit Sicherheit, dass wir beide den Baumständer nicht finden konnten und unsere Tanne darum in einem Eimer stand. Halt gab ihr viel nasses und zusammengeknülltes Zeitungspapier... Aber nein, das ist nicht die Geschichte, die ich erzählen wollte... Mal sehen, zu Weihnachten gehört ein Gänsebraten. Gänse sind Geflügel. Da fällt mir die Geschichte ein, wo wir (entweder ich oder meine Schwester) als Kinder einen lebendigen Hahn bei einer Geflügelausstellung gewonnen hatten, der dann auf der Flucht vor dem Kochtopf im Garten eingefangen werden musste. Aber das war überhaupt nicht im Winter... Kerzenschein und Adventsgestecke... Ja, das ist schon weihnachtlich. Dazu gibt es die Geschichte, in der meine Zimmernachbarin im Internat, wo ich während der 11. Klasse gewohnt habe, die Kerze des Andventsgestecks entzündet hat und weggegangen ist. Auch ich war nicht da, sondern zum Hausaufgabenvergleich im Nachbarzimmer bei einer Mitschülerin. Als ich dann wieder zurück in unser Zimmer kam, war es bereits total verqualmt, das Gesteck war schwarz und die Tischplatte überraschte mich mit einem stinkenden Schwelbrand. Als Tochter eines Feuerwehrhauptmanns wusste ich zum Glück, was zu tun ist. Mit einem nassen Scheuerlappen wurde alles gelöscht. Weit geöffnete Fenster ließen den Qualm nach draussen und auf dem Tisch lag fortan immer eine Tischdecke...
Ohne Geschenke und ein buntes Fernsehprogramm ist Weihnachten doch auch nur halb so schön, oder? Da fällt mir die Geschichte ein, in der meine Großeltern einen Farbfernseher geschenkt bekommen. Oma Gerda und Opa Arno hatten wirklich sehr fürsorgliche Kinder. Und damit die beiden das Weihnachtsprogramm im Westfernsehen und die traditionelle Sendung 'Zwischen Frühstück und Gänsebraten', die immer am 25.12. kam, in Farbe genießen konnten, sollten sie einen Farbfernseher geschenkt bekommen. *Korrektur: Meine Mama hat mich gerade informiert, dass Oma und Opa den Fernseher selbst bezahlt haben. 5000 Mark wären auch ein bisschen zu viel des Guten gewesen! Allerdings verliert die Geschichte dadurch ein bisschen von ihrem weihnachtlichen Charakter... Schade...* Der Entschluss fiel zum Glück für alle Beteiligten bereits im Sommer. Und so begab es sich, dass eines Tages bekannt wurde, dass der örtliche Rundfunkladen eine Lieferung von 5(!) Farbfernsehern erhalten hatte, die am nächsten morgen verkauft werden sollten. Als Ostdeutsche sind wir ja Meister im Anstehen. Und in diesem Fall zeigte sich, wie wichtig diese Fähigkeit ist. Denn als mein Onkel am späten Abend des Tages vor dem Verkauf der Fernseher zum Rundfunkladen kam, war sie die 4. in der Schlange. Kurze Zeit später waren alle 5 Fernseher 'verkauft'. Die ganze Nacht fuhren immer wieder Autos am Rundfunkladen vorbei, hielten kurz an, um zu zählen, wieviel Leute bereits anstanden und fuhren dann wieder nach Hause. Alle bis auf einen. Der soll, so erzählt die Legende, tatsächlich gefragt haben, ob alle 5 Personen wegen eines Fernsehers anstünden. Die Geschichte berichtet weiterhin, dass einer der Anstehenden darauf (natürlich im Scherz, denn SO schlimm war es im Osten dann doch nicht) geantwortet hätte, er stünde eigentlich wegen Batterien an... Nach der Hälfte der Nacht hat meine Mama dann ihren Bruder Onkel Dietmar abgelöst. Sie hat sich dann noch bis zur Ladenöffnung die Beine in den Bauch gestanden. Aber der Ferseher war gesichert! Und so konnten Oma und Opa endlich auch sehen, welche Farben der Anzug von Heinz Quermann und das Kleid von Margot Ebert hatten. Na wenn das nicht eine schöne rührende Geschichte ist, die genau zum Geiste der Weihnacht passt...

For all you, who only speak English- my apologies! I an too busy to translate a story this long right now. But you can always try to figure out what I wrote by using a translation service like babelfish etc. It might even add some more fun to the tale... :oD

1 comment:

Nanany said...

Hallo Ramona!
Du schreibst so herlich und ich finde deine Weihnachtsgeschichte einfach genial! Ich wünsche dir weiterhin eine schöne Vorweihnachtszeit! Und ich verpasse ganz sicher keinen Tag deines Kallenders *grins*
LG Nanany