Tuesday, July 07, 2009

Sommerferientagebucheintrag 11

Leider haben mich gestern keine Neuigkeiten aus Würzburg erreicht. Dafür gibt es aber so einiges aus Sebexen zu berichten. Der Tag fing gleich gut an. Um 5 Uhr kam ein neues Kalb auf die Welt. Sieht es nicht total niedlich aus?

No news from Würzburg today, but a lot to tell from Sebexen. They day started with a cow giving birth to this cute calf at 5am.

Dann ging es erst mal ganz normal weiter, es regnete sogar endlich mal ein paar Tropfen, die aber gleich wieder 'verdampft' waren, bis sich kurz vor Mittag eine Kuh etwas zu schnell mit dem Futter beschäftigte und ihr prompt ein großes Stück davon im Halse stecken blieb. Zuerst hofften wir noch, dass es von selbst weiterrutscht. Die Kuh hustete und sabberte wie verrückt. Leider wollte der Kloß im Hals nicht weichen. Und da Kühe, wenn sie nicht rülpsen können, ziemlich schnell aufblasen und im schlimmsten Fall sogar sterben können, musste der Tierarzt seine Mittagspause unterbrechen und zu uns eilen. Mit schwerem Gerät haben wir dann 90 Minuten lang in der Kuh herumgestochert, um das festsitzende Stück Futter herauszuholen bzw. in den Pansen ineinzuschieben. Herausholen hat leider nicht geklappt, obwohl Harald unbedingt wissen wollte, was der Kuh da so quer lag. Er hat nämlich ein paar Kohlrabiblätter in der Futterkrippe entdeckt und vermutet, dass seine Mutter den Kühen Kohlrabis hingegeben hat. Vielleicht ganz gut, dass wir das Teil nicht herausholen konnten, denn wenn es tatsächlich so gewesen wäre, hätte ich nicht in der Haut meiner Schwiegermutter stecken wollen. So gibt es aber keine Beweise für Haralds Theorie. Jedenfalls haben wir uns zwischendurch mit dem Tierarzt schon ernsthaft Gedanken gemacht, was passiert, wenn wir den Brocken nicht lösen können. Sobald die Kuh irgendwelche Schmerzmittel etc. bekommt darf man sie ja nicht mehr schlachten. Aber wir haben uns entschieden, alles zu versuchen, denn sie ist noch jung und soll uns einige Jahre weiter mit Milch versorgen. Ausserdem, so hart es klingt- solange die Chance bestand, dass sie überlebt, mussten wir es versuchen, denn der finanzielle Unterschied zw. Schlachten und Einschläfern wäre nur sehr gering. Wahrscheinlich hätte der Schlachter nicht mal 300 Euro für die Kuh gezahlt. Da war es uns dann auch egal, ob sie nach unseren Bemühungen noch 'schlachtbar' gewesen wäre. So entschieden wir uns, nichts unversucht zu lassen. Also gab es eine leichte Narkose, damit sie sich nicht mehr so doll wehrt. Man kann der Kuh ja auch schlecht erklären, dass wir sie nicht nur so zum Spaß quälen, sondern nur helfen wollen. Zu dritt haben wir sie dann festgehalten und es scheinbar auch geschafft, das Objekt des Anstoßes zum Pansen durchzuschieben. Den Rest des Tages war die Kuh dann aber nicht gut drauf. Bestimmt hat sie schreckliche Hals- und Bauchschmerzen. Aber sie lebt. Und mit etwas Glück wird sie in ein paar Tagen wieder ganz die alte sein.

Derweil blüht es in meinem Gartn wie verrückt...

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